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Von dem, was in den Untergeschoßen passiert, bekommen die Patientinnen und Patienten des Kepler Universitätsklinikums kaum etwas mit. Kein Tageslicht dringt auch zu den Arbeitsplätzen der Mineure vor, die den Tunnel der Mühlviertler Schnellstraße S10 in Rainbach errichten oder das neue Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee. In dem sonst mit Abwasser gefüllten Düker unter dem Linzer Hafen herrscht gerade ebenfalls geschäftiges Treiben, wie ein Team des ORF Oberösterreich rund um Gestalter Johannes Reitter und Kameramann Michael Leumüller für diese Dokumentation festhalten konnte. Und tief unterhalb der öffentlichen Bereiche verbergen sich in der oberösterreichischen Landesbibliothek ungeahnte Schätze.

 

„Bisher haben alle wieder zurückgefunden“, sagt Gerhard Lorenz, der im größten Krankenhaus Oberösterreichs für die Technik verantwortlich ist, und schmunzelt. „Doch man braucht schon Zeit, um sich zu orientieren.“ Insgesamt drei unterirdische Ebenen gibt es im Kepler Uniklinikum in der Linzer Innenstadt. Der steile Verbindungsgang wird intern in Anspielung an die legendäre Skipiste in Kitzbühel „die Streif“ genannt. Ohne die hier angesiedelten Abteilungen, in denen Wäsche gewaschen und Operationsbesteck sterilisiert wird, würde der Betrieb nicht funktionieren, betont Lorenz. Auch die ausgeklügelte Transportlogistik oder das weit verzweigte Rohrpostsystem sind für das Klinikum von entscheidender Bedeutung.

 

„Als Frau muss man schon eine harte Schale haben“, sagt Katharina Hofer vom Autobahnen- und Schnellstraßenbetreiber ASFINAG. Die Bauingenieurin arbeitet auf der Tunnelbaustelle der Mühlviertler Schnellstraße S10 in Rainbach nahe der Staatsgrenze zu Tschechien. „Aber ich gehe gerne hinein. Es hat einen eigenen Charme.“ Der knapp einen Kilometer lange Tunnel mit seinen zwei Röhren ist das Herzstück dieses Abschnitts. 65 Tunnelbauer, vor allem aus Kärnten, der Steiermark und Bosnien-Herzegowina, arbeiten hier rund um die Uhr in zwei Schichten. Sie sprengen, transportieren Gestein ins Freie und betonieren. „Es ist finster, dreckig und feucht. Aber ich bin gern unter Tage“, so die stellvertretende Projektleiterin.

 

Dieses Österreich-Bild aus dem ORF-Landesstudio Oberösterreich gewährt tiefe Einblicke, auch in die verborgene Welt des Trinkwasserspeichers, der sich auf dem Froschberg in der Landeshauptstadt befindet. Rund die Hälfte des Linzer Trinkwasser fließt hier durch. Johannes Reitter und sein Kamerateam besuchten auch die Schatzkammer und den unterirdischen Bücherspeicher der oberösterreichischen Landesbibliothek. Sie bekamen außerdem die seltene Gelegenheit, die derzeit größte Baustelle Oberösterreichs in Ebensee zu betreten. Dort errichtet die Energie AG mitten im Berg ein Pumpspeicherkraftwerk. In einem Tunnel unter dem Linzer Hafen, durch den normalerweise Abwasser fließt, durften sie ebenfalls filmen. Die Linz AG saniert gerade dieses einzigartige Bauwerk. Und das ORF-Team begleitete auch eine vierte Klasse der Mittelschule St. Agatha bei einer Führung durch den Limonistollen im Linzer Bauernberg. Dort fanden während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg bis zu 20.000 Menschen Unterschlupf.

Reges Treiben unter der Erde

Arbeiten in der Tiefe

ORF OÖ - 25 min

2025

CREDITS

Gestaltung: Johannes Reitter 

Kamera: Michael Leumüller 

Schnitt: Marcel Aichenauer 

Ton: Manfred Führling 

Sprecherin: Angelika Lang

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